Über uns

Martin Bartl junior führt das Familienunternehmen in die Zukunft

Copyright Wolfgang KaiserDraußen in der Wildenau, da wo die Partnach nahe der Klamm noch ein idyllisches Wildwasser ist, befindet sich seit 92 Jahren die anno 1924 erbaute “Sog” – das Sägewerk Baudrexl. Der Familienbetrieb, mittlerweile das einzige Unternehmen seiner Art in Garmisch-Partenkirchen, verarbeitet mit modernsten Maschinen alle Jahre tausende Festmeter Holz aus bayerischen Wäldern zu Balken und Brettern, in der Hauptsache Fichte, Lärche und Tanne. Und weil die Baudrexls in den vergangenen Monaten mit umfangreichen Baumaßnahmen ihr Unternehmen auf den modernsten Stand gebracht haben, öffnen sie jetzt für alle Interessenten an einem Tag der offenen Tür ganz weit ihre Pforten: Am Sonntag, 29. Mai, sind von 10 bis 18 Uhr alle Kunden und Freunde des Hauses, die Geschäftspartner und überhaupt jedermann, der schon immer ein Sägewerk in Aktion sehen wollte, dazu eingeladen. Copyright Wolfgang KaiserDer Tag wird umrahmt mit Musik, obendrein gibt’s auch Speis’ und Trank und nicht zu vergessen ein eigenes Kinderprogramm sowie eine kleine Ausstellermesse, in der beispielsweise ein Küchenstudio und ein Ofenbauer ihre Produkte präsentieren. Für die Papas wird natürlich ganz sicher das Schau-Sägen an den beiden Gattermaschinen besonders spannend werden.

Umfassendes Angebots-Sortiment

SONY DSC

Gleich nachdem man über die kleine Partnachbrücke auf das Baudrexl-Betriebsgelände kommt, sieht man schon ein völlig neues Gebäude, das im Erdgeschoss das Büro der Firma enthält sowie Ausstellungsräume für all das, was das Unternehmen anzubieten hat: Schließlich kann man ja dort nicht nur Kanthölzer, Balken und Bretter, selbstredend auch Nut- und Federbretter in allen Größen und Holzarten kaufen, sondern auch Parkett-, Vinyl-, ja sogar Korkböden. “Und wir beliefern natürlich nicht nur Geschäfte, sondern selbstverständlich auch Privatleute”, sagt Inhaberin und kaufmännische Geschäftsführerin Monika Bartl, “denn Selbst-Ausbau daheim hat heute einen ständig zunehmenden Stellenwert”. Das Obergeschoss sowie das ausgebaute Dachgeschoss des neuen Gebäudes, das anstelle eines alten Stadels von der heimischen Zimmerei Thomas Saller komplett in Holztafelbauweise errichtet und sich durch hervorragende Wärmedämmung und angenehmes, gesundes Raumklima auszeichnet, ist die Betriebsleiterwohnung – und damit das Domizil von Martin Bartl, dem neuen Junior-Chef: DCIM100MEDIADJI_0007.JPGEr leitet das Sägewerk in fünfter Generation und ist der Sohn von Monika und Martin Bartl, des vor wenigen Monaten im Alter von erst 48 Jahren verstorbenen bisherigen Chefs. Der hatte das traditionelle Unternehmen im Jahr 2009 von Sepp Baudrexl übernommen, der es trotz seiner nunmehr 67 Jahre natürlich auch heute nicht lassen kann, sich mit Rat und viel Tat als Seniorchef zu betätigen.

Sägewerker mit Leib und Seele

SONY DSC

Juniorchef Martin Bartl (24) ist ebenso wie auch sein Vater mit Leib und Seele Sägewerker: Zunächst lernte er die Zimmerei und sodann bei der renommierten Firma Gasteiger in Fischbachau auch Sägewerker, ist in beiden Bereichen Geselle und nunmehr dabei, die Meisterprüfung abzulegen. Noch vor einem Jahr hat er übrigens noch zusammen mit dem Vater die jetzigen Baumaßnahmen geplant. Denn bei dem neuen Verwaltungsgebäude ist es ja nicht geblieben: Daran schließt sich nämlich, durch eine Brandschutzwand abgetrennt, die mindestens ebenso wichtige 700 Quadratmeter (!) messende Lagerhalle an, wo all das Holz, das die Baudrexls in Form von Brettern und Balken anbieten, lufttrocknen und verkauft werden kann. Ein großer Hubstapler kann es mühelos und sehr schnell aus dem dreigeschossigen Lager herabheben. In einem weiteren, kleineren Lager gegenüber dieser Halle stehen Holzplatten jeder Art und jeder Dicke, die dort sofort mit einer Plattensägemaschine auf das vom Kunden gewünschte Maß zurechtgeschnitten werden können.

Das Sägewerk Baudrexl ist mit einem umfassenden Maschinenpark auf dem neuesten Stand der Technik ausgestattet: Die Basis sind natürlich in der ans Lager angrenzenden Sägehalle die beiden Gattersägen, die auf zwei Wegen mit dem zu verarbeitenden Rundholz versorgt werden: Da ist zunächst draußen am Holzlagerplatz der mit einem großen Greifkran ausgestattete Sortierwagen, der dem Wort gemäß die Stämme sortiert und mit Abläng- und Reduziersägen versehen ist, wovon letztere die Stämme von den Wurzelanläufen befreit. Von dort kommen sie schließlich in den Rundholz-Zubringer, der sie dem Sägegatter zuführt, wo sie dann zu Brettern und Balken geschnitten werden.

Maschinenpark auf modernstem Stand

IMG_0801Ergänzend dazu steht in der Halle eine Vierseit-Hobelmaschine, in der Balken bis zu 20 Zentimeter Höhe und 50 Zentimeter Breite bearbeitet werden. Hinzu kommt auch eine Plattensägemaschine für jedes Maß sowie natürlich Schleif- und Schränkmaschinen für das Sägesortiment des Werkes.

Schon seit elf Jahren verfügt das Unternehmen auch über eine hochmoderne Trocknungsanlage, die es ermöglicht, den natürlichen Trocknungsprozess des Holzes dem Zug der heutigen Zeit entsprechend zu beschleunigen: “Zimmerer und Bauherren bestellen beispielsweise am Freitag das Holz”, beschreibt Martin Bartl den Trend, “und darum können wir auch das Bauholz in drei bis vier Tagen auf die gewünschte Feuchte trocknen”. Die dafür erforderliche Vakuum-Trockenkammer fasst etwa 14 Kubikmeter Holz und zieht die Feuchtigkeit aus dem Inneren des Naturmaterials. Sie wird mit einer Wärmepumpe betrieben und computergeführtem Energie-Management gesteuert: Dies ermöglicht es, überschüssige Energie in einem Pufferspeicher für die nächste Trocknung vorzuhalten. “Diese Anlage”, so Seniorchef Sepp Baudrexl, “verschafft uns einen klaren Wettbewerbsvorteil – und läuft fast 365 Tage md Jahr”.

Partnachwasser schenkt die Energie

Wie viele Mühlen und Sägen wird auch das Werk Baudrexl mit Wasserkraft betrieben: Im Kraftraum steht eine aus dem von der Partnach abgezweigten kleinen Mühlbach gespeiste Ossberger-Durchströmturbine und der angeflanschte Generator bringt eine Leistung von bis zu 60 Kilowatt. “Damit können wir”, sagt der Juniorchef, “die gesamte Firma versorgen und der überschüssige Strom wird ins kommunale Netz eingespeist”.

Der Baumeister Johann Baudrexl hatte das Sägewerk im Jahr 1924 errichtet, damals noch mit sehr viel Handwerk und ohne Bagger, nachdem er vorher schon in der Nähe des Kainzenbads ein Sägewerk hatte, dessen E-Werk übrigens auch den Strom für ein dortiges Sanatorium und ein Hotel (heute Dorint) lieferte.